Freitag, 4. Januar 2013

8 - Pillermänner mitten im Wald

Für den nächsten Tag hatten wir uns morgens wieder mit Sombat verabredet, der uns zum "Fluss der 1000 Lingas" brachte.
Jedenfalls zu einem Parkplatz davor, von da aus ging es einen kleinen Über-Stock-und-Stein-Pfad durch den Wald zu einem kleinen Flusstal, wo man überall in Fels und Flussbett gehauene Lingas findet.
Lingas? Lingas? So fragt der aufmerksame Leser sich jetzt vielleicht, da war ich damals im Geometrie-Unterricht gerad Kreide holen.
Nun, Lingas sind Fruchtbarkeitszeichen von einst, Phallussymbole, die in einer sogenannten yoni ruhen, dem weiblichen Pendant dazu - ein rechteckiger Steinrahmen drumrum. Früher goss man Wasser über die Lingas in diese yoni, aus der es dann - schwuppdiwupps - als heiliges Wasser wieder herausfloss. So einfach!
Vor dem geistigen Auge des Lesers spielen sich jetzt vielleicht Bilder ab, von denen wir gar nichts Genaueres wissen wollen, die so oder ähnlich aber auch in UNSEREN Köpfen kreisten. Verstohlen betrachteten wir auf dem Weg zum Fluss die Gesichter der uns von dort zurück entgegen kommenden Frauen, ob glänzende Augen oder Errötung zu bemerken ist, doch als wir angelangt waren, verstanden wir, dass dafür eigentlich keine Veranlassung bestand. Die Phalussymbole entpuppten sich als kleine noppenartige Steingnubbel - naja, auf die Größe kommt's ja nicht an, wie in diesem Zusammenhang oft behauptet wird.

7 - Tempel-Hopping

Nach dem (hier muss der Autor schwärmen) wie so gut wie fast immer und überall auch hier überaus leckeren asiatischen Essen (fast schon als einer der Gründe, hier noch einmal durch die Gegend zu reisen, zu bezeichnen) auf einem Floß-"Restaurant" schipperten wir zurück, wo Sombat mit seinem Tuktuk (dem mopedbetriebenen Freilufttaxi) auf uns wartete und mit uns durch kleine Dörfer zurück zum Hotel knatterte. Abends lecker Abendbrot im Towncenter (hmmmmmmmmmmm!!! Erwähnte der Autor, dass er sich in das asiatische Essen rein legen könnte?!!) ab im Bette, denn am nächsten Tag stand der erste Durchlauf durchs Angkor-Gebiet an.
Der sei einfach mal zusammengefasst unter dem Begriff Tempel-Hopping - näher auf jeden Wat (watt nur ein anderer Begriff für Tempel ist) einzugehen, würde zu weit führen, deshalb einfach ein paar Bilder und jut is:

6 - Kuscheln in den Mangroven

Nach ausgedehntem Gleiten durch die Pfahlbau-Adventurespiel-Welt drückten wir zwischenzeitlich mal die Pausentaste und stiegen um in ein kleines Paddelboot, mit dem uns, begleitet von exotischen Vogellauten, eine Khmer-Frau durch einen Mangrovenwald paddelte. Da auf dieser wackligen Angelegenheit keine Bänke vorhanden sind, mussten wir uns alle drei mit gespreizten Beinen hintereinander auf eine auf dem Holzboot ausgebreitete Bastmatte setzen, ein weiterer sicher recht bizarr anmutender Anblick - das Triangel dicht aneinandergekuschelt in den Mangroven. (Die Situation wurde aber von keinem der Beteiligten für unsittliche Berührungen ausgenutzt.)

5 - Computerspiel-Welt

Die halsbrecherische Art und Weise, hierzulande von A nach B zu kommen muss man hinnehmen und mit asiatischer Gelassenheit sehen: Klappt schon! Verkehrsregeln - so es denn überhaupt welche geben sollte - werden nur als Vorschlag wahrgenommen, für Außenstehende wirkt es, als mache jeder was er will, und dies, seit Autos und Mopeds auch in großer Zahl zu üblichen Fortbewegungsmitteln geworden sind, in rasender Geschwindigkeit. Dass unsere Fahrt von der Grenze nach Siem Reap nun durch den verzögerten Grenzübertritt im Dunkeln stattfand (um 18.00 geht hier die Sonne unweigerlich - und ziemlich schnell - unter), machte die Fahrt nicht unbedingt vertrauenserweckender, aber wie gesagt: asiatische Gelassenheit! Wird schon gutgehen. Schutzfunktion: einfach nicht hinschauen! Das sofortige Einschlafen im Auto fiel allen drei Reisenden nach den Strapazen des Tages nicht schwer. Der Fahrer beteiligte sich zum Glück nicht, und so kamen wir nach knapp zweistündiger Raserei durch die Dunkelheit wohlbehalten an "Chea's Guesthouse" in Siem Reap an. Paheng hatte noch recht lange gewartet, war dann aber abgehauen, einen anderen Driver in dem Grenzdorf zu finden, der uns für 40$ nach Siem Reap fuhr, war nicht schwer, und so wurden wir am frühen Abend herzlich von Chea und Albert, einem deutsch-kambodschanischen Ehepaar, in unserer Herberge für die nächsten sechs Tage an. Unsere Zimmer waren kurz zuvor zwar weggegangen, weil mit unserer Ankunft nicht mehr gerechnet worden war, aber für Ersatz war schnell gesorgt. Nach Abendbrot und Ankunft-Drinks schlief das Triangel ohne die geringste Verzögerung im propellergekühlten Zimmer ein.
Am nächsten Tag wurde uns Sombat vorgestellt, unser Tuktuk-Fahrer für die nächsten Tage, und mit ihm machten wir uns auf zu einer Tour zum Tonle Sap, dem riesigen See, 15 km entfernt, der in der Regenzeit sein Volumen verfünffacht! Die Seetiefe steigt dann von 2 auf unglaubliche 10 m. Jetzt ist aber Trockenzeit, und deshalb ragen alle Wohnhäuser, die Schule, die Gendamerie usw von Kompung Pluk, dem Dorf, das an diesem See liegt, meterhoch in den Himmel. Alle Bauten, in der Regel aus Holz, stehen auf langen Stelzen, die sonst von Wasser umgeben sind, nun aber eben nicht. Ein bizarrer Anblick bietet sich deshalb, wenn man auf einem Wasserarm des Sees durchs Dorf tuckert. Wir saßen auf einem kleinen Kahn und fühlten uns, als glitten wir durch eine surreale Computerspiel-Welt. Am Wasser wurde gefischt, eine Art Dorfleben spielte sich auf den trockenen Bereichen unter den Stelzenhäusern ab und das Familienleben auf den Plattformen darüber. Ein unglaublicher und schwer zu beschreibender Anblick!!
Aber dafür gibt's ja Bülda:

4 - Angekommen

So, liebe Freunde des gepflegten Reiseblogs, bzw. des ungepflegten, denn bislang wurde er ja etwas vernachlässigt, ich wurde also wieder zum Schriftführer dieser Reise auserkoren und darüber hinaus ermahnt, nicht wieder endlose Schachtelsätze, für die, um sie am Ende verstanden zu haben eine ebenso endlose Konzentration nötig ist, zu verwenden, was das Bloglesen ja nicht gerade komfortabel macht sondern eher zu einem stressbehafteten Vorgang, was natürlich, weil dies auch mir einleuchtet, unbedingt vermieden werden soll und den Vorsatz mich fassen ließ, gleich vom ersten Satz an nur einfach, verständlich und übersichtlich zu formulieren zum Zwecke eines vergnüglichen Lesens, das den Leser mit allen (zumindest von uns) als wichtig eingeordneten Informationen zurücklassen möge, und genau so will ich es tun.
Ab jetzt.
Zudem alles ein bisschen gerafft, denn viele Tage sind schon vergangen, seitdem wir angekommen sind, und wir wollen ja nicht noch weiter in Blog-Verzug geraten.
Nach nicht allzu zufriedenstellendem Flug (unbequemes Sitzen, eher mauem Service und vor allem: kein Alkohol!!!) In Bangkok angekommen. Ein vorgebuchtes Taxi brachte uns zur thailändisch-kambodschanischen Grenze. Die kann man nur zu Fuß überqueren, dahinter sollte an einem vorher vereinbarten Hotel Paheng warten, ein Fahrer, den uns Albert, der Chef des Hotels in Seam Reap geschickt hatte, um uns von der Grenze abzuholen. Dieser an sich gute Plan scheiterte jedoch an der Tatsache, dass der Grenzübergang verdammt gut besucht war und sich das ganze Landeswechsel-Procedere dadurch erheblich verzögerte.
Zum Glück spielte dabei der Umstand keine große Rolle, dass die online von Bürste und mir vorher klargemachten Visa uns von dem böse dreinblickenden Grenzbeamten beinahe um die Ohren gehauen wurden. Nachdem er uns zuerst signalisiert hatte, dass wir mit diesem lächerlichen am eigenen PC ausgedruckten Stück Papier gleich mal wieder abtreten können, blaffte er dann zur Abwechslung mal nicht uns an, sondern einen seiner Lakaien, der daraufhin mit unseren Pässen rgendwo verschwand und kurz darauf doch noch mit den nötigen Papieren wiederkam. Mit grimmiger Miene knallte uns Chefchen unseren Pass auf den Schaltertisch und wir waren (nach drei Stunden in brütender Hitze) drin. Willkommen im Land des Lächelns!

3 - Nu aber!

So, hat lange gedauert, aber jetzt haben wir den ersten Tag Ruhe und können uns endlich mal dem Blog hier widmen. Sitzen jetzt in einem Café am Mekong in Kampung Cham, und nu geht's los mitte Schreiberei. In Kürze dann hier die Zusammenfassung der letzten Tage. Bis gleich ............

Freitag, 28. Dezember 2012

2 - Berlin, Moskau, Bangkok

Nach aufwendigen Vorbereitungen ist's nun losgegangen, genauer: losgeflogen, und zwar unser Flugzeug.
Berlin - Moskau ohne Probleme, nach 2einhalb Stunden in der noch zugeschneiten (vor einigen Tagen noch -30 Grad) Sowjethauptstadt angekommen, für nur 26 Euro 3 Ankunftsbier getrunken und danach in den Flughafenpub und die 5 Stunden Wartezeit mit weiteren Pausengetränken und der ersten Partie WIZZARD, einem von Bürste eingeführten Kartenspiel zugebracht.
Jan Delayed war der Pilot des Anschluss Fluges, jedenfalls stand sein Name geraume Weile an der Anzeigetafel, statt 20.40 ging es dann 21.20 los, jetzt sind wir in der Luft und haben vor, nach 9 Stunden Flug in Bangkok anzukommen.

Der weitere Plan ist, von dort mit beim ( bereits vor gebuchten) Taxi bis zur thailändisch-kambodschanischen Grenze zu fahren und dort zu Fuß selbige zu passieren. Dort wiederum sind wir mit Paheng verabredet, einem weiteren Taxi-Driver, der uns die 120 km nach Siem Reap fährt, unserem ersten Ziel. - So der Plan, inwieweit der aufgeht, demnächst hier.