Sonntag, 3. Februar 2013

34 - Zeitraffer

So, es gab erneut technische Probleme - welche, bei denen auch Paul nicht mehr helfen konnte. Deshalb erneute zeitliche Verzögerung, und nun nur noch die Möglichkeit, Beiträge online zu schreiben, was eine Intenetverbindung voraussetzt, und die ist hier in Myanmar Glückssache. Deshalb mal die Tage nach dem hier letztgenannten in stark zeitgeraffter Form.

Freitag, 1. Februar 2013

33 - Technische Probleme

Moin, leider gibt es, seitdem wir in Birma sind, extreme technische Probleme, was das Absenden von Beiträgen hier in diesem Blog betrifft. Womit gleich zwei Fragen beantwortet sind. Erstens die, ob ich mein Visa bekommen habe: Ja, da das GESAMTE Triangel, inzwischen schon geraume Zeit, in Birma unterwegs -und begeistert von diesem Land- ist, bedeutet das zwangsläufig, dass auch ich dabei und demzufolge im Besitz eines gültigen Visas bin.
Zweitens, warum schon lange Zeit keine Beiträge hier mehr veröffentlicht werden, sobald ein Bild mit dabei ist, geht nix mehr. Und ohne Bilder willick nich, da binick jetzt mal bockig.
Seltsamerweise funktioniert das im Paul-Blog schon, die Old Boys haben (noch?)  nicht herausgefunden, warum das so is, da scheinen Enten doch schlauer zu sein. Da dieser dadurch relativ aktuell ist, verweise ich auf den Paul-unterwegs-Blog und werde hier erst weiterschreiben, falls wir doch noch eine Lösung dieses Problems finden - vielleicht verrät es Paul ja noch. Von der Ente lernen, heißt Veröffentlichen lernen. Vielleicht jedenfalls.
Immer mal wieder reinzuschauen hier könnte also lohnen, vielleicht aber auch nicht.
Einstweilen hier der letzte geschriebene Beitrag, den ich mal ohne die schon eingefügten, und nun wieder entfernten, Bilder abschicke, ansonsten: http://paulunterwegs.blogspot.com

PS (nachträglich eingefügt):  Die Ente hat geschnattert!!

Paul hat den Trick verraten. Es kann also weitergehen, demnächst also wieder neue Beiträge hier! Bis später...........

32 - Vang Vieng

Nun aber erstmal Vang Vieng.

Auch bekannt durch das "Tubing"  (in Autoreifen sich den Fluss runtertreiben lassen, auch hier sehr beliebt)  und verschiedene Höhlen, die es hier in der Umgebung gibt, ist der Ort auch eher (inzwischen?) einer von der ruhigen Sorte. Wir kamen nach sehr entspannter Busfahrt  (da auch Vang Vieng ein von Touristen  -vornehmlich Backpacker, aber nicht nur, die Generation 50+ ist auffallend stark vertreten-  frequentierter Ort ist, ist man auf solchen Strecken nicht mehr auf die Local Busses angewiesen)  kamen wir gegen 15:00 an, bezogen ein (wieder vorher online gebuchtes)  lauschiges Quartierchen und huldigten der schönen hiesigen Tradition, den Kneipentisch liegend umlagern zu können. Die Holzhütte drumherum steht in unmittelbarer Nähe des Flusses (wie auch unser Bungalow, von dessen Terrasse wir wunderschönen Blick auf selbigen hatten), und da 1.) von dort aus der Sonnenuntergang hinter den gegenüberliegenden Bergen schön zu beobachten ist, es 2.) ja nicht mehr so lange hin war bis dahin, da die Sonne ja schon recht früh den Tag verlässt (so ab halb sechs beginnt das Schauspiel)  und man 3.) gar nicht groß Begründungen dafür braucht, blieben wir gleich dort liegen bis zum Dunkelwerden, beschäftigten uns hauptsächlich mit Nichtstun und gingen abends ins Dorf zum Abendbrot.
Dies war dann jedoch noch mal ein Höhepunkt:
Nachdem wir die Tourimeile abgeschritten hatten, kamen wir am Ende des Dorfes zu den Pinten der Einheimischen und entschieden uns für eine, in der wir dann auch tatsächlich die einzigen Langnasen waren und quasi den letzten freien Tisch bekamen - ja immer ein gutes Zeichen: wenn die Kneipe gut besucht ist, ist sie meist auch gut.
Was sich hier wieder bestätigte. Es gab nur Tische mit Loch in der Mitte, in dieses wird dann ein Metall-Korb mit glühender Holzkohle eingelassen, auf den dann der Hot Pot kommt. Der vulkanähnliche Rundkegel in der Mitte wird umgeben von einem Wassergraben drumrum, und an dem Vulkan brät man, und im Wassergraben lässt man sieden. Dazu gereicht wird, was man so braten und sieden kann, Fisch, anderes Seegetier, Fleisch und Gemüse - wir entschieden uns für die letzten beiden und ab geht die Lucie im Raqulette-Style: Jeder schmeißt rauf und rein, was der  (reichlich und vor allem sehr vielfältig beladene)  Teller hergiebt. Ein Vergnügen, das Karsten und mich einst in Vietnam schon begeisterte und auch hier, diesmal uns alle dreie, mit der Zunge schnalzen ließ.

Sitzen und Essen

und Mond kieken.

Mittwoch, 23. Januar 2013

31 - Doch kein Visa für Birma?

Gesagt, getan.

Am Montag um 10:00 sollten wir vom Hotel abgeholt und zum Busplatz gefahren werden, von wo aus es gen Vang Vieng gehen sollte. Nach gemütlichem Frühstück fand ich mich an der Rezeption ein, um meinen Pass, zwei Passfotos und einen von mir vorbereiteten Zettel, auf dem alle fürs Visa erforderlichen Angaben (wann warum von wo wie lange wohin und einiges mehr) notiert waren, zu übergeben. Chefchen rief bei der Botschaft an, die ihm erstmal mitteilten, dass nicht zwei, sondern vier Passfotos benötigt wurden. OK, hatte ich da. Mein Zettelchen war auch nur von begrenztem Wert, da alle darauf notierten Angaben ich selbst in ein Antragsformular eintragen musste, da am Ende dessen ja meine Unterschrift nötig war, die Chefchen ja nicht leisten konnte. Hm...
Nun schaute ich doch schon mal verstohlen auf die Uhr. Zusammenpacken, die nicht benötigten Sachen abgeben, ein paar organisatorische Dinge für unsere Weiterfahrt nach unserer Rückkehr von hier nach Bangkok klären, auschecken... das musste ja auch alles noch erledigt werden. Das eigentlich geplante Duschen strich ich schon mal vom Plan.

Und woher soll jetzt eigentlich dieses Antragsformular.... "No Problem, Sir!", Chefchen behielt souverän die Ruhe. Es käme gleich per Fax. - Kam's aber nicht. Noch mal anrufen und nachfragen ging gerad nicht, weil er sich in angeregtem Telefonat mit der örtlichen Railway Company befand, um unsere Tickets für die Bahnfahrt nach Bangkok zu organisieren (sehr beliebt, daher stark frequentiert und oft schnell ausgebucht, deshalb heute schon erforderlich klarzumachen. Musste aber auch vor unserer Abfahrt fertig werden, da die Bezahlung erfolgen musste, bevor wir weg sind). Dann doch wieder ein Ohr frei für die Visa-Angelegenheit. Erneuter Anruf bei der Botschaft: Fax kommt gleich. Weiteres Telefonat in Sachen Bahntickets.  - Kein Fax.

Dann endlich, gefühlte 20 min (real: ca. 5) später: rattter-ratter, bsssssssss - da war der Antrag! Jetzt nur noch schnell ausfüllen, unterschreiben, Fotos und Pass abgeben, dann die Klamotten zusammen...... "Oooorrrrrrrrr. - schwafel, schwafel - ooooorrrrrrr...", Chefchen war aus irgendeinem Grund schon wieder mit der birmesischen Botschaft in telefonischem Kontakt und machte kein sehr beruhigendes Gesicht."Der Hintergrund der Passfotos muss weiß sein, sagt die Botschaft." Ein Blick auf mein Bild: "Der ist weiß." - "Nein, Sir. Er ist rosa." - "??" - "Die Botschaft sagt, er muss absolut weiß sein, weil das Bild sonst nicht in das Visa einkopiert werden kann." Mir ging kurz Bürstes Passfoto, das er sich zu Hause selbst aufgenommen hatte, durch den Kopf. - Vor einer quittegelb leuchtenden Tapete.
Diskutieren würde an dieser Stelle aber gewiss nichts bringen, das war mir genauso klar, wie der Hintergrund meines Passbildes NICHT rosa war. (Ein ganz leichter Anflug eines Hauches von Rotstichigkeit könnte man eventuell erahnen, ja. Mit viel Fantasie...)
"Und? Nu?" - "Sie brauchen vier Passfotos mit weißem Hintergrund, Sir." Ich blickte noch mal kurz auf den Rezeptionstresen, wo genau dies lag, gab mich aber geschlagen. "Wo könnte ich die denn herkriegen?" ...innerhalb der kurzen Zeit, die mir noch blieb bis der Bus abfuhr, ergänzte ich in Gedanken.

Es folgte eine kurze Beschreibung, wo in der Nähe ein Geschäft wäre, die das innerhalb 5 min erledigen. "Nur 5 min von hier." (Was ungefähr hinkam - im Laufschritt jedenfalls.) Dass die Wegbeschreibung nicht allzu präzise ausgefallen war und das Geschäft von außen nicht zwingend wie eins aussah, das Passfotos erstellte, machte die Suche (im Laufschritt) nicht unbedingt einfacher. Mit (vermutlich) Buddhas Hilfe gelang sie doch, der betont gemächlich agierende junge Mann bestätigte, dass dies hier möglich sei und ich wurde gebeten mich auf einen Hocker zu setzen. Besorgt schaute ich auf das graue Laken hinter mir (Waren da nicht auch gewisse rosafarbene Schattierungen erkennbar...?)
Ich wiederholte das dringende Erfordernis eines absolut weißen Hintergrundes, was mit einem abwesenden Kopfnicken quittiert wurde. Nun, die Bilder wurden geschossen, der Fotograf wartete geduldig bis der Computer frei wurde, an dem sich ein Tourist gerade ein paar Urlaubsfotos von seiner Chipkarte zum anschließenden Ausdrucken aussuchte, dann glücklicherweise aus irgendeinem Grund abbrach und später noch mal wiederkommen wollte (Danke, Buddha!) und fing an meine Bilder freizustellen, sprich per Photoshop den erwartungsgemäß tatsächlich verdammt grauen Hintergrund wegzuschneiden. Schau an! Wir hatten am Ende ein Ergebnis, das selbst den pingeligsten birmesischen Beamten zufriedenstellen sollte. Das Bezahlen der Bilder zog sich nun wieder etwas hin, weil der Tourist inzwischen wieder zurück war und mit dem Kassenverantwortlichen des Ladens in angeregter Diskussion war. Schließlich gelang es mir doch - im Laufschritt zurück zum Hotel (ja, stimmt, wenn man beim Rennen keine Geh-Pausen einlegt, kommt 5 min tatsächlich hin!) und, inzwischen leicht verschwitzt und von einer gewissen Nervosität begleitet, die Bilder übergeben. Nach gründlicher Prüfung wurde auch der Hintrrgrund für weiß befunden, und nach Ausfüllen des Antrages und Abgabe des Passes hieß es nun nur noch: Hoffen.
Sollte nun nämlich doch noch was fehlen oder anderweitig schieflaufen, hätten wir Freitagnachmittag nach Rückkehr aus Vang Vieng keine Möglichkeit mehr, was zu ändern und der Flug nach Myanmar am Montagmorgen würde dann wohl ohne mich gehen...

Bleiben Sie also dran und verpassen Sie nicht, ob der Autor sein Visa erhält!

30 - Visa für Birma

Ein Wort noch zum Birma-Visa.

In Berlin war es mir zeitlich nicht mehr gelungen, eins zu bekommen, da die birmesische Botschaft sich von einem Tag zum anderen entschlossen hatte, die sonst übliche "Express"-Bearbeitung (immer noch 3-4 Tage) abzuschaffen und die Zeit für die normale Bearbeitung (3-4 Wochen) dann für mich zu lang war. Empfehlung war dann, irgendwann während der Reise nach Bangkok zu fahren, und es bei der dortigen Birma-Botschaft zu erledigen, was nur 2 Tage in Anspruch nehmen soll. Dies müsste nun erledigt werden, da ja bis zum Flug nach Birma nur noch 10 Tage hin waren - was aber auch ganz schön Zeit für das Hin- und Rückreisen plus der Wartezeit dort kosten würde. (Es gleich mitzuerledigen, wenn wir sowieso in Bangkok sind, wenn wir von dorr nach Myanmar fliegen, war keine Option, da unser Flug am Montagmorgen geht, womit das Wochenende davor tote Zeit bedeuten würde -da Botschaft da geschlossen-, und ich also mit Sicherheitspuffertag für 5 Tage nach Bangkok reisen hätte müssen, nur um das Visa zu besorgen. (Visa bei Einreise gibt's nach aktuellem Stand nicht in Birma.)

Nun tat sich aber einen neue Möglichkeit auf, da wir uns ja hier in Vientiene auch in einer Hauptstadt befanden und Myanmar hier auch eine Botschaft betreibt. Einen Talk mit dem (sehr rührigen und super-hilfsbereiten!!) Rezeptionisten später gab's gute Neuigkeiten:
Ja, es wäre möglich, sich hier das Visa zu beschaffen, darüber hinaus würde er selbst sich darum kümmern, ich müsste also nicht mal selber zur Botschaft, einziger Haken: Bearbeitungszeit 4Tage... - und jetzt war Wochenende, die 4 Tage begönnen also frühestens Montag. Hm....

Aber wir hatten einen Plan!
Einen, bei dem wir das Angenehme mit dem Nützlichen verbanden: Wir wollten am Montag nach Vang Vieng, einem 3 Stunden nördlich liegenden Ort starten, dort bis Freitag bleiben und danach hierhin in unser (empfehlenswertes!) Hotel Malinamphu zurückkehren, um tags darauf nach Bangkok zu starten, von wo aus wir ja, wie erwähnt, nach one night in Bangkok am Montag, dem 21. 1. nach Myanmar fliegen wollten. In der Zwischenzeit konnte sich der freundliche Rezeptionator um mein Visa kümmern. Angenehmer Nebeneffekt: Wir konnten mit leichtem Gepäck reisen, weil wir nicht benötigten Kram bis zu unserer Rückkehr hier im Hotel lassen konnten.

Samstag, 19. Januar 2013

29 - Holstentor

Seit 2009 gibt's in Vientiene, dies noch als Nachtrag, übrigens ein neues, in den bekannten Dimensionen unserer Zeit gebautes, Nationalstadion, sodass das besuchte nicht mehr das wichtigste von Laos ist - dieses liegt aber 15 km außerhalb der Stadt und wir verzichteten auf einen Besuch.

Anschließend ging es, auf speziellen Wunsch einer einzelnen Shopping Queen, auf den örtlichen Großmarkt, einer, der nicht auf Touris ausgerichtet, sondern für den täglichen Handel der einheimischen Bevölkerung da ist, sowieso meist die interessantere Wahl.

Mit dem Besuch des Triumphbogens von Vientiene endete das Sightseeing, über wen oder was hier mit dem 1962 errichteten Bau triumphiert wurde, wurde nicht ganz klar (in Bürstes Sprachgebrauch war es eh von Anfang an das Holstentor), erfahren haben wir nur, dass er aus dem Beton gebaut wurde, die die USA Laos damals für den Bau des Flughafens zur Verfügung gestellt hatten (Spitzname deshalb: "vertikale Landebahn"). Fast entschuldigend heißt es angesichts der in der Tat nur sehr begrenzt einen gewissen Pomp ausstrahlenden Wirkung des Tores auf einer kleinen Erklärungstafel übrigens
"Von Nahem betrachtet wirkt es eher wie ein großes Monstrum aus Beton".

Dem ist nicht zu widersprechen, und warum ich damals hier mit Karsten schon mal war, aber nicht AUF dem Turm, wurde klar, als wir gerade noch so durch das sich gerade schließende Rolltor schlüpfen konnten, um die Aussichtsplattform zu besteigen: Es war gerade kurz nach 17.00,  und zu solch früher Tageszeit hatten wir's damals sicher einfach nicht geschafft.

Zurück geradelt und wieder runter zum Mekong, wo die Ereignisse des Tages in einer Freiluftbar bei kühlen Getränken ausgewertet, aber auch zu Papier gebracht wurden: Stephan schrieb eifrig Postkarten, ein Umstand der beim (recht jungen) Bedienungspersonal für lebhaftes Interesse, verständnislose Verwirrung und Heiterkeit sorgten, nachdem Stephan erklärt hatte, was das ist (eine Postkarte), was man damit macht (verschicken, um Bekannte zu Hause zu grüßen), was für kleine bunte Bildchen er da noch raufklebt (Briefmarken) und warum (Bezahlung, damit die Postkarte an die Bekannten zu Hause transportiert wird). Die Jungs gaben sich sichtlich Mühe, das alles zu verstehen, das sah man, auch zu kapieren, wo der Sinn für so ein lustiges Handeln eigentlich liegt, aber so ganz -das sah man auch- gelang es ihnen nicht, mehrmals noch kamen sie an den Tisch, nahmen die Postkarte in die Hand, schauten sie kopfschüttelnd an und diskutierten untreinander darüber.
(Ich bin mir sicher, jeder von ihnen ist bestens vertraut mit dem Austausch von Informationen per Smartphone, E-Mail und Skype und hat ein Konto bei Facebook und etliche Folower bei Twitter....)